Zukunftsdenker befassen sich erneut mit Haunstetten Südwest

18.10.2018

Die Zukunftsdenker präsentieren die Ergebnisse des 2. Expertenworkshops. Foto: Silke Müller / Baureferat

Von 8. bis 10. Oktober 2018 fand der 2. Expertenworkshop zur städtebaulichen Entwicklung von Haunstetten Südwest statt. Am 11. Oktober 2018 wurden die Ergebnisse präsentiert.
 
Die Experten arbeiteten in ähnlicher Zusammensetzung wie beim 1. Expertenworkshop weiter an der Zukunft für das neue Stadtquartier. Diesmal leider mit Ausnahme von Prof. Dr. Jörg Rainer Noennig und Kornelia Keil, die aus persönlichen Gründen absagen mussten. Dafür bekam die Gruppe zusätzliche Unterstützung durch die renommierte Verkehrsplanerin Gisela Stete aus Darmstadt sowie Dr. Gerd Kuhn, Spezialist für Stadtsoziologie aus Stuttgart.
 
Während der drei Workshop-Tage vertieften die Experten in drei Gruppen unterschiedliche Themenschwerpunkte.
 
Mit Stadtplanung und grün-blauen Stadtlandschaften beschäftigten sich Gerhard Hauber, Johannes Tovatt und Gerhard Stryi-Hipp. Sie thematisierten vor allem den Begriff Urbanisierung und den Klimawandel. Zum Themenfeld Wohnen, Arbeiten, Soziales, Nachbarschaften und Identität arbeiteten Christina Simon-Philipp, Dita Leyh, Gerd Kuhn und Eberhard Wunderle. Sie hoben vor allem den Begriff der Allmende hervor. Es sei eindeutig, dass im neuen Quartier eine Trennung von Besitz und Nutzung stattfinden müsse um die Bürger selbstbestimmt zu machen. So würden soziale Projekte entstehen und der soziale Austausch gefördert. Die dritte Gruppe, vertreten von Gisela Stete, Steffen Braun und Burkhard Horn, betrachtete vertiefend die Fragen nach Mobilität, Verkehr, Vernetzung und Versorgung. In Ihrem Fokus stand der öffentliche Raum sowie begleitende Maßnahmen im bestehenden Stadtteil Haunstetten.
 
Die Zukunftsdenker reflektierten auch die Ergebnisse des ersten Workshops unter den Aspekten der Bürgerbeteiligung sowie den ersten Aussagen aus dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für ganz Haunstetten.
 
Darüber hinaus legten sie den Fokus auf die anstehende Auslobung zum Ideenwettbewerb und gaben hierzu konkrete Empfehlungen zu Zielen und Ablauf. Die Hinweise wurden in einem Weißbuch zusammengefasst der Verwaltung übergeben.
 
Weiter gaben die Experten der Politik und Stadtverwaltung noch wichtige Impulsprojekte und begleitende Maßnahmen mit auf den Weg. So zeigten sie Chancen in Verbindung mit dem Neubau der Johann-Strauß-Grundschule auf. Hier könne einerseits ein Bildungscampus entstehen, der als Quartier für Bildung und Begegnung ein offener Ort des Ideenaustausches und Impulsgeber für weitere gemeinschaftliche Einrichtungen darstelle. Andererseits würde mit der Verlagerung des Schulstandorts eine große städtische Fläche an der Nahtstelle zum bestehenden Stadtteil frei. Diese böte wiederum Chancen für ein Erfahrungsfeld auf dem zum Beispiel die Konzeptvergabe angewandt werden könne. Das bedeutet, dass bei der Grundstücksvergabe zusätzliche soziale und gestalterische Anforderungen einzuhalten sind. Zudem könnten besondere Wohn- und Arbeitsformen bevorzugt behandelt werden.
 
Einen weiteren Impuls schlugen die Experten Dita Leyh und Gerhard Hauber für die Landschaftsplanung vor. Diese müsse Grundlage für den Städtebau sein und nicht erst im Nachgang untergebracht werden.
 
Für die bereits im ersten Workshop angesprochene Trennwirkung der Königsbrunner Straße wurden zur Verbesserung Verkehrsversuche und zeitnahe einfache Maßnahmen vorgeschlagen. Mittelfristig müsse über die Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 und ihre Verbindung mit der Linie 3 an der Schnittstelle der Stadtteilerweiterung nachgedacht werden.
 
Abschließend stellten die Experten bei der Ergebnispräsentation fest, dass jetzt die Zeit sei Chancen zu nutzen, Pilotprojekte und begleitende Maßnahmen anzugreifen. In Haunstetten würde schließlich Augsburgs Zukunft sichtbar. „Lassen Sie sich mit der nötigen Geduld auf den Prozess ein – dann wird dort etwas Großartiges entstehen.”, schloss Burkhard Horn den Vortrag stellvertretend für die Expertenrunde.