Windrad. Foto: Markus Rauch / Stadtplanungsamt Augsburg

Windkonzept

Der Atomunfall in Fukushima im März 2011 hat aufgezeigt, dass die Abkehr von der Atomenergie und der Ausbau erneuerbarer Energien wichtige Themen sind. Die Bayerische Staatsregierung verfolgt das Ziel, dass die heimische Windenergie bis zum Jahr 2021 sechs bis zehn Prozent des Stromverbrauchs in Bayern decken soll. Derzeit sind es gerade einmal 0,6 Prozent. Auch in Augsburg hat man sich deshalb die Frage gestellt, ob es hier geeignete Flächen für Windenergieanlagen gibt.

Um die Ziele der Bayerischen Staatsregierung umsetzen zu können, müssen in Bayern zahlreiche neue Windkraftanlagen gebaut werden. Diese Anlagen sollen in Windfarmen mit mehreren Anlagen entstehen, um einer sogenannten „Verspargelung” der Landschaft durch einzelne Windräder mit negativen Auswirkungen auf das Landschaftsbild entgegenzuwirken. Um hierfür die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, wird momentan der Regionalplan der Region Augsburg im Teilkapitel „Nutzung der Windenergie” fortgeschrieben. Im Rahmen der Vorarbeiten zu dieser Teilfortschreibung wurden alle Mitgliedskommunen aufgefordert geeignete, mindestens 10 Hektar große Flächen zu benennen, auf denen eine Windenergienutzung vorstellbar wäre.

Diese Anfrage wurde von der Stadt Augsburg zum Anlass genommen, Standorte für überörtlich raumbedeutsame Windkraftanlagen im Stadtgebiet zu suchen. Die Ergebnisse dieser Standortsuche sind in den „Konzeptionellen Überlegungen für ein Windkonzept für die Stadt Augsburg” vom 15. März 2012 beschrieben und dargestellt.

Möglicher Standort

Bei der Standortsuche hat sich gezeigt, dass in Augsburg nur ein Standort südlich von Inningen zwischen B 17 und Bobinger Straße für die Errichtung eines Windparks als geeignet eingestuft werden kann. Dieses Areal wird durch die Bahnlinie Augsburg - Buchloe sowie eine Starkstromleitung gequert und hat eine Gesamtgröße von ca. 93 Hektar. Reduziert wird die verfügbare Fläche durch erforderliche Abstandflächen zu Verkehrs- und Energietrassen.

Aufgrund des Gesetzes zur Änderung der Bayerischen Bauordnung vom 17. November 2014, wonach Windkraftanlagen einen Mindestabstand vom 10-fachen ihrer Höhe zur Wohnbebauung haben müssen, wurden die „Konzeptionellen Überlegungen für eine Windkonzept für die Stadt Augsburg” fortgeschrieben.

Bisher galt für den einzig möglichen Standort ein Abstand von mindestens einem Kilometer bis zur Wohnbebauung. Da der Abstand des potentiellen Standorts zur Wohnbebauung maximal 1,75 Kilometer beträgt, wären hier nach der neuen Gesetzeslage nur Windkraftanlagen mit einer Höhe von maximal 175 Metern möglich. Die aktuell in der Gegend realisierten Windkraftanlagen sind wegen der höheren Windgeschwindigkeiten in größerer Höhe meist ca. 200 Meter hoch. Damit dürfte der Standort im Süden von Augsburg für Investoren eher uninteressant geworden sein.