Gebäude auf dem Gaswerkgelände. Foto: Markus Wagner / Stadtplanungsamt Augsburg

Gaswerk

Im Stadtteil Oberhausen befindet sich das ehemalige Gaswerk. Hierbei handelt es sich um ein Industriedenkmal von überregionaler Bedeutung. Das in den Jahren 1912 bis 1915 geplante und erbaute Gebäudeensemble steht inzwischen unter Denkmalschutz. Nach der Stilllegung im Jahr 2001 wurde über viele Jahre nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit für das Gelände gesucht. Die Stadtwerke Augsburg waren dabei als Eigentümerin ebenso gefordert wie die Stadt Augsburg. Nun wurden die Weichen für die zukünftige Entwicklung gestellt. Das Gelände soll zu einem Standort für Kultur- und Kreativwirtschaft entwickelt werden.

Im Gaswerkareal erinnern noch viele Gebäude an die industrielle Vergangenheit. Für die Entwicklung zu einem Standort für Kultur- und Kreativwirtschaft wurden bereits umfangreiche Überlegungen angestellt. Neben städtebaulichen Aspekten war auch der Denkmal- und Immissionsschutz sowie die Altlastensituation auf dem Gelände zu bedenken. Um das Areal für seine zukünftige Nutzung vorzubereiten, wurde es von Altlasten befreit.

Ausweichspielstätte Theater

Seit dem Wiederaufbau in den 1950er Jahren gab es im Augsburger Theater keine großen Sanierungsmaßnahmen mehr. Zwischenzeitlich sind die bau- und brandschutzrechtlichen Anforderungen an öffentliche Gebäude enorm gestiegen. Daher ist eine umfassende Sanierung des Stadttheaters unumgänglich. Ursprünglich war geplant, den Spielbetrieb im Großen Haus bis zum Ende der Spielzeit 2016/17 aufrecht zu erhalten und das marode Haus dann für mehrere Jahre für die dringend notwendige Sanierung zu schließen. Aufgrund eklatanter brandschutztechnischer Probleme musste der Spielbetrieb im Theater jedoch bereits ein Jahr früher als geplant eingestellt werden.

Für die Zeit der Theatersanierung entsteht auf dem Gaswerkgelände eine Interimsspielstätte. Im denkmalgeschützten ehemaligen Ofenhaus wird das Schauspiel ab 2018 für mehrere Jahre eine neue Heimat finden. Hier werden zudem im Erdgeschoss Flächen für Gastronomie geschaffen. Im Dachgeschoss wird ein Saal für das Ballett eingerichtet.

Der industrielle Charme im Inneren des Ofenhauses wird sowohl durch Beibehaltung der durch die ehemals industrielle Nutzung charakteristischen Oberflächen als auch durch den Erhalt des großzügigen Raumes, in dem die zur Gasproduktion gebäudehohen Öfen standen, weitergeführt.

Auf bisher unbebauten Flächen hinter dem Ofenhaus entstehen in einem Neubau Werkstätten und Übungsräume für die Theaterschaffenden. Auch hier wird durch die vorgegebene Fassadenmaterialität von „rostigen Stahlplatten” der rohe und industrielle Charakter des Ensembel fortgeführt. Ebenfalls neu gebaut wird ein Parkhaus, um für Theatermitarbeiter und Besucher ausreichend Pkw-Stellplätze zur Verfügung stellen zu können.