Tramdepot am Senkelbach. Foto: Manuela Wagner / Stadtplanungsamt Augsburg

Soziale Stadt „Rechts der Wertach”

Integriertes Handlungskonzept

In den künftigen Jahren sollen im Stadtbezirk „Rechts der Wertach” mit Unterstützung des Städtebauförderungsprogramms  „Soziale Stadt” Verbesserungen erreicht werden. Hierfür wurden zunächst vorbereitende Untersuchungen durchgeführt. Als planerische, rechtliche und verfahrenstechnische Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen schloss sich daran die Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzepts an.

Im integrierten Handlungskonzept werden zunächst die wesentlichen Leitziele der Entwicklung des Quartiers für die nächsten Jahre beschrieben. Den Leitzielen untergeordnet sind Handlungsfelder, in denen die zur jeweiligen Zielerreichung notwendigen Maßnahmen dargestellt werden. Das Maßnahmenkonzept mit einer Kurzbeschreibung der Maßnahmen, einer zeitlichen Priorisierung, Darstellung von Finanzierungsoptionen / Fördermöglichkeiten und wichtigen Zuständigkeiten ist in räumliche Schwerpunktbereiche untergliedert.

Folgende Leitziele wurden definiert:

  • Erhalt der Vielfalt des innenstadtnahen Wohnens in weiterentwickelten Nachbarschaften. Die Weiterentwicklung soll behutsam und sozial verträglich vonstattengehen, um eine Verdrängung zu vermeiden.
  • Die Vielfalt der Wertachstraße sollte erhalten und weiterentwickelt werden. Verdrängungsmechanismen oder Tendenzen hin zu einer einseitigen Nutzungsausrichtung in den Erdgeschossen sollte Einhalt geboten werden, positive Entwicklungen unterstützt werden, unerwünschte Nutzungen ausgeschlossen werden.
  • Die soziale und kulturelle Vielfalt sowie die Angebotsvielfalt des Quartiers werden als Bereicherung mit Zukunftscharakter angesehen. Es gilt, diesen Zustand zu erhalten und zu stärken. Einer Einfalt räumlicher Strukturen und Funktionen ist entgegenzuwirken.
  • Die städtebauliche Ordnung mit Dichte, Mischung und Öffentlichkeit ist der wichtigste Beitrag für nachhaltigen Verkehr und insbesondere zur dauerhaften Sicherstellung eines hoch effizienten öffentlichen Verkehrssystems. Es sollten bestmögliche Bedingungen für nicht motorisierte Verkehre, öffentliche Verkehre und auch motorisierte Individualverkehre angeboten werden – nicht für die höchste Nachfrage, aber ohne künstliche Restriktionen.
  • Die besonderen Begabungen des Quartiers und seiner Umgebung sollten genutzt werden. Die beiden Fließgewässer sind eine herausragende Besonderheit für das Quartier, die es für die Bewohner besser nutzbar und erlebbar zu machen gilt. Bisher monofunktional verkehrsbetonte Straßen, Plätze und Innenhöfe sollten eine deutliche Aufwertung durch gestalterische Maßnahmen erfahren.
  • Integrationsfördernde Angebote sollen gestärkt und ausgebaut werden.
  • Das Image des Stadtviertels soll durch Maßnahmen aber auch durch eine positive Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden.

Um die übergeordneten Leitziele zu erreichen, werden folgende Handlungsfelder vorgeschlagen:

  • Vernetzung von Fuß- und Radverkehr,
  • punktuelle und städtebauliche Aufwertungen im Straßenraum (an den Hauptverkehrsstraßen des Untersuchungsgebietes),
  • Sanierungsbedarfe mancher Bestandsgebäude,
  • Vorschläge für Ersatz-und Ergänzungsneubauten (an Schlüsselstellen im Quartier),
  • Aufwertung Raumfolge Wolfgangstraße,
  • Neuordnung von Freiflächen (Quartierspark Wertachpark – Entwicklung in Phasen, Öffnung zur Wertach, Quartierspark Senkelbachpark, Aufwertung der südlichen Freiflächen),
  • Wirtschaft und Einzelhandel (mit dem Ziel die vorhandenen Strukturen und die Vielfalt im Viertel zu stabilisieren),
  • verkehrliche Regelungen,
  • Fortführung des Quartiermanagements,
  • Schlüsselprojekte initiieren, unterstützen, begleiten, weiterverfolgen.

Verfahren

Den Beschluss zur Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzepts fasste der Augsburger Stadtrat am 28. November 2013. Der Entwurf des Handlungskonzepts lag als Entwurf vom 12. Oktober bis einschließlich 13. November 2015 zusammen mit dem Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen im Stadtplanungsamt öffentlich aus. Betroffenen war es möglich dazu Stellung zu nehmen. Danach wurden die Stellungnahmen ausgewertet und teilweise in das integrierte Handlungskonzept eingearbeitet. Der Stadtrat hat am 25. Februar 2016 das endgültige integrierte Handlungskonzept beschlossen. Es bildet nun die Grundlage für das künftige Handeln im Quartier.